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 Warum/wie soll der Islam verbreitet werden nach dem Koran

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BEChakotay




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BeitragVerfasst am: 25.06.2015 00:04    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

« Star Lord » hat folgendes geschrieben:
Das ist die Frage, meint es der Kommunismus denn gut, und mit wem?

Im Rahmen seines Menschen- und Weltbildes meint es die kommunistische Theorie sicher gut.
Aber dieses Menschen- und Weltbild ist eben ein ideologisches, und kein realistisches, freies, individualistisches oder humanes.
Karl Marx hat selbst Gewalt nicht abgelehnt, sondern sogar als Lokomotive der Geschichte und als Geburtshelferin einer neuen Gesellschaft bezeichnet.
Dieses absolutistische Gedankengut war Legitimation für Lenins und Stalins Massenmorde und Säuberungen von antirevolutionären Elementen (selbst wenn es bloß einfache unabhängige Bauern waren)
Bis heute ziehen Linksextreme aus solchen Aussagen Legitimation für Gewalt.
http://www.sozialismus.net/content/view/115/139/

Und dann gibt es noch einen anderen Aspekt.
Warum sind totalitäre Ideologien überhaupt attraktiv für Menschen?
Weil jede derartige Ideologie auch positive Aspekte besitzt oder positiv besetzte Werte anspricht - ob sie ihre Versprechen auch erfüllt ist eine andere Frage.
Egal ob es das Versprechen von Sinnhaftigkeit, sozialer Gerechtigkeit, der Geborgenheit in einer Gemeinschaft, oder eine scheinbare Gewissheit von Wahrheit ist.
Dem Schutz der eigenen Kultur und Existenz, Heimatverbundenheit, Partnerschaft mit einem gleichgesinnten Menschen - die Menschen müssen verführt werden, und das geht nur mit einem positiven Versprechen.
Und da haben sowohl Kommunismus, Faschismus oder Islam ihre Adressaten die darauf ansprechen.

Wenn man dann erst mal im Rahmen einer absoluten "Wahrheit" ein Innen und Außen, ein Wir und die Anderen geschaffen hat, dann kann man auf Gewalt zurückgreifen und den Gegner bekämpfen und vernichten.
Bei eigener Opposition auch im Inneren.
Aber wichtig ist erst mal die Verführung, und die Deutungshoheit über das was gut und richtig ist.

Der Kommunismus unterscheidet sich meiner Meinung nach nur in einem Punkt, er nimmt keinen Bezug auf eine idealisierte Vergangenheit, die es zu erneuern gilt.

Sehr guter Beitrag!
Was den Kommunismus als Ideologie betrifft: Er ist zum Scheitern verdammt, wie jede andere Ideologie, die ihr Wesen nicht aus dem Inneren des einzelnen Menschen zieht, sondern die Masse Mensch als idealen Maßstab heranzieht - und von dieser Position heraus auf den Einzelnen herunterbricht.

Leider ist dieses Scheitern bisher in der Historie noch immer von einer knietiefen Blutspur begleitet gewesen, Millionen von Opfern um der "Idee" willen.

Vielleicht ein "Messinstrument", mit dem man den tatsächlichen nutzbringenden Wert für den Menschen "berechnen" kann:

a) Zielt die Ideologie, Religion, Weltanschauung auf den Menschen als Individuum ab und baut darauf das Menschenbild und in der Folge die Gesellschaftsordnung?

oder:

b) Zielt die Ideologie, Religion, Weltanschauung auf den Menschen als Gruppe/Masse ab und baut darauf die Gesellschaftsordnung und in der Folge das Menschenbild?

Zu Punkt "a" passen Christentum, Buddhismus, Humanismus,
zu Punkt "b" passen Kommunismus, Nationalsozialismus und in besonderem Maße der Islam.

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Der Islam ist das Problem!
Wir werden erst Frieden mit den Islamanhängern haben, wenn sie ihre Kinder mehr lieben, als dass sie uns hassen.

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Montreal




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BeitragVerfasst am: 25.06.2015 21:54    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

« Star Lord » hat folgendes geschrieben:
Im Rahmen seines Menschen- und Weltbildes meint es die kommunistische Theorie sicher gut.
Das ist ein weit verbreitetes Vorurteil dem aber selbst die marxistischen Theoretiker gewöhnlich nicht anhängen.
Die praktischen Mängel der Verwirklichung einer Theorie können ja die Theorie nicht widerlegen. Es kann ja immer sein, daß die Umsetzung fehlerhaft war. Im folgenden gehe ich mit dem Düsenjäger durch die marxistische Theorie und kann zeigen, daß auch der theoretische Ansatz in sich zutiefst menschenfeindlich ist.
Kernelemente aller linken Vorstellungen finden sich stets in den von Marx geschriebenen und sehr umfangreichen ökonomisch-philosophischen Manuskripten. Dort hat er sich - vordergründig - mit seinem Lieblingsanliegen beschäftigt: Kapitalismuskritik. Tatsächlich geht es aber um die generellen Beziehungen der Menschen untereinander - wie sie sein sollen!

In dutzenden von Seiten hat sich dort Marx mit der Entstehung der Schafproduktionen in England beschäftigt und dabei Postulate entwickelt wonach angeblich Gemeineigentum Privateigentum wurde und dadurch - eben durch Zäune - die Nichtbesitzenden vom Genuss des Eigentums ausgeschlossen wurden (Allmende weg und so was halt). Und dann mußten die armen Leute deswegen plötzlich ihren Lebensunterhalt durch Veräußerung ihrer Arbeitskraft zu verdienen und kriegten aber nur einen Teil dessen, was sie erwirtschaftet hatten, in Form des Lohnes zurück - dummes Schicksal.
Und hier schlägt nun Marx den Weg zurück vor, wobei er dieses gleich zum Gesetz erhebt:"Die Aufhebung der Selbstentfremdung macht denselben Weg wie die Selbstentfremdung"
Tatsächlich ging und geht es hier so gut wie immer darum die sog. "alten Bewusstseinsformen" verschwinden zu lassen, die "den ökonomischen und gesellschaftlichen Verhältnissen immer hinterherhinken". Wer an dieser Stelle - schon - an Umerziehungslager denkt .... denkt richtig.
Jedenfalls hat Marx richtig vorausgesehen was 1989 auch passiert ist:"Durch die gewaltsame Aufhebung des Privateigentums ist die Habsucht also nicht automatisch verschwunden."
Das hat er an dieser Stelle nicht gesagt aber alle ihm folgenden Praktiker haben diese Worte als eine Einladung zu uneingeschränkter Gewalt gegen Andersdenkende - richtig - verstanden.
Denn diese von ihm so genannte "Habsucht" müssen wir als das interpretieren was das Individuum in einer entwickelten Gesellschaft anstrebt - halt ein Leben ohne Not und Hunger. Wobei die eigentlich richtig interessante Frage wie dieser Kampf gegen alles was den individuellen Menschen ausmacht, alles, was herausragt, die Triebhaftigkeit usw. dann in die wahrhaft menschliche Gesellschaft münden soll, von Marx eben nicht behandelt worden ist. Er war halt nur ein Theoretiker. Wie bei vielen großen Schriftstellern - sogar bei Simmel - wird es bei ihm knapp wenn es richtig interessant wird. Fehlen bei Simmel die hinreichend ausführlichen Sexszenen, so fehlen bei Marx die Handlungsanweisungen wie mit aufmüpfigen Individuen genau zu verfahren ist. Das ist im nachhinein betrachtet ein großer Fehler denn wer sich durch die MEW durchgequält hat, wird naturgemäß mit Leuten, die diesen Weg nicht gegangen sind und ihre Zeit mit DSDS vertrödelt haben, keine Geduld haben - und keine Skrupel.
Marx dann weiter: "Die Habsucht wird gegenstandslos, weil es nichts zu haben gibt, zumal der Furor der Vernichtung das Leben auf seine primitivste Form zurückwerfen wird". Unter diesen Bedingungen ist es natürlich einfach jedem so viel zu geben wie er will sehr einfach. Wer sich mit dieser Lebensweise nicht abfinden .... ja Habsucht und so...
Es geht also darum nicht nur das Privateigentum, sondern irgendwann sogar die Erinnerung daran zu tilgen. Hört sich - im nachhinein betrachtet - an wie Orwells "1984" und so wurde in der Praxis ja auch gearbeitet. Nur das die RealExSozzen nie lange genug dran waren, denn 4 Generationen müßten es ja wohl schon sein und wenn es irgendwo auf der Welt noch Privateigentum gibt ist das auch schon äußerst hinderlich.
Das aber ist ja gar nicht machbar, denn eigentlich ist es ja klar, daß man den hieraus hervorgehenden zwangsläufigen massiven zivilisatorischen Verfall nur mit der ständig geladenen und entsicherten Waffe in der Hand aufrechterhalten kann - und noch nicht mal so ohne Widerworte.

Wer wissen will wie das eigentliche Endziel marxistischer Politik aussieht dem empfehle ich das recht kurze (8 Seiten), sehr unterhaltsame und auch für sich genommen interessante Werk des Ethnologen Jarred Diamond:

Ohne das diese Personen auch nur entfernt genannt werden sieht man doch das der konsequenteste und am stärksten zielorientierte Praktiker des Marxismus nicht Lenin, Che Guevara, Stalin oder Mao sondern Pol Pot war.

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BeitragVerfasst am: 25.06.2015 22:51    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Du hast natürlich recht Montreal.
Prägnant ausgeführt - ich kenne mich mit dem Marxismus eigentlich gar nicht so recht aus. Wink
Mir ging es eher um ein Grundmuster totalitärer Weltanschauungen

Gemeint war es so, dass innerhalb einer hermetischen Ideologie der ideologie-eigene Wertekanon als "gut" betrachtet wird.
Auch wenn er an sich inhuman, und inhuman für alle anderen ist.
Meint: Alles was den Zielen der Ideologie dient wird letztlich als gut betrachtet.

Danke für den Link!
Jared Diamond kannte ich bereits von anderen Themen, muss ich mir unbedingt durchlesen.

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„Nach dem Nazismus und dem Kommunismus ist der Islam die dritte totalitäre Ideologie, welche die Menschheit bedroht.“ György Konrád, Holocaustüberlebender

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BeitragVerfasst am: 25.06.2015 23:50    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

« Star Lord » hat folgendes geschrieben:
Du hast natürlich recht Montreal.
Prägnant ausgeführt - ich kenne mich mit dem Marxismus eigentlich gar nicht so recht aus. Wink
Das ist ein Fehler.
« Star Lord » hat folgendes geschrieben:
Gemeint war es so, dass innerhalb einer hermetischen Ideologie der ideologie-eigene Wertekanon als "gut" betrachtet wird.
Auch wenn er an sich inhuman, und inhuman für alle anderen ist.
Exakt so wie wir es ja beim Islam kennen.

Natürlich sagen die Barbaren nie "Wir sind die Barbaren". Die Barbaren - das sind immer die anderen.
Hier im Westen haben wir allerdings in mühsamer Arbeit Kriterien entwickelt nach denen man Zivilisation von Nichtzivilisation unterscheiden kann.

Indem wir dem Individuum vertrauen finden wir im aufgeklärten Menschen selbst, so defizitär er auch sein mag, die Kräfte für eine Gesellschaft, wie wir sie haben: frei, offen und - eben - menschlich.

Die Linken und die Mohammedaner (eigentlich alle Ideologen) hassen diese Vorstellung vom freien Menschen und deswegen gehen sie auch ein Koalition ein.

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