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 Die Entstehung des Islam , von Lutz Berger bzw von C.H.Beck

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Natur




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BeitragVerfasst am: 19.11.2017 16:04    Die Entstehung des Islam , von Lutz Berger bzw von C.H.Beck Antworten mit ZitatNach oben

Das Buch ist außerordentlich interessant und leicht verständlich geschrieben. Mich interessiert schon länger , in welchem Klima sich der Islam entwickelt hat und warum er so ist , wie er eben ist.
Über die Autoren konnte ich nichts herausfinden. Neutralität ist nicht zu erwarten , wenn ein Autor Moslem ist. Weiss jemand etwas über die Herausgeber?

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Star Lord




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BeitragVerfasst am: 19.11.2017 19:30    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Zum Buch selbst kann ich nichts sagen, da ich es nicht gelesen habe.
Aber in einigen Rezensionen wird der Autor auszugsweise zitiert.
Dazu lässt sich natürlich etwas sagen...

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/sachbuch/lutz-bergers-buch-die-entstehung-des-islam-14521999.html

Dem Autor scheint es vor allem darum zu gehen, die Frühzeit des Islam und die Person Muhammed vorsichtig positiv darzustellen.
Etwa wenn er schreibt, dass die Lehre des Islam bzw des Monotheismus "in der Luft" gelegen habe.
Dabei bezieht er sich auf den Umstand, dass Allah als Gottheit (Anm. von mir: al-Illah) bereits vor dem Islam verehrt worden wäre.
Al-Illah, bzw als Zusammenziehung geschrieben Allah, heißt aber bloß "Herr".
So und so ähnlich hat man seit jeher lokale Stadtgottheiten genannt (auch Baal, Bel).
Echten Monotheismus in Arabien gab es aber schon lange in Form des Judentums und verschiedener christlicher Richtungen, auch in Mekka und Medina - was die Saudis bis heute gerne unter den Tisch fallen lassen.
Und die Gläubigen dort waren fast ausschließlich Araber.
Dazu muss man also keine autochthone arabische Tradition des Monotheismus konstruieren.
Auch wurden Teile des vorislamischen West-Arabiens vom christlichen Äthiopien aus beherrscht.

Dass Muhammed nach Medina ging um als "Streitschlichter" zu vermitteln dürfte islamische Propaganda sein.
Ich kenne keine originär nichtislamische Quelle aus dieser Epoche in der das bestätigt wird.
Man muss sich eben schönreden, dass Muhammed als gescheiterter Prophet und Missionar aus Mekka fliehen musste.
Erinnert etwas an Adolf Hitler, der in Wien kein erfolgreicher Führer wurde, sondern bloß Obdachloser.

Dann kommt die Behauptung, der frühe Islam hätte Arabien befriedet.
Auch das ist Blödsinn, wie jeder weiß, der sich auch nur ein wenig mit der islamisch-arabischen Geschichte befasst hat.
Ich nenne hier bloß mal die Ridda-Kriege oder erwähne den Umstand, dass außer Abu Bakhr (der nur ganz kurz herrschte) jeder rechtgeleitete Nachfolger Muhammads als Kalif gewaltsam starb.
Was ja dann letztlich auch direkt zur Spaltung von Sunniten und Shiiten führte.

Die 1. islamische Dynastie der Umayyaden war allen anderen Arabern bzw. Muslimen verhasst.
Sie gehörten zum Familienclan aus dem auch Muhammed stammte, herrschten im vorislamischen Mekka und hatten den Islam anfangs bekämpft, bis sie sich in einer Art Burgfrieden auf die lohnendere Seite der Sieger schlugen, um dann in Folge die Macht an sich zu reißen.
Toller arabischer Friede!

Dann noch der Schlusssatz des Buches: „Der Westen war um 750 zu einem Entwicklungsland geworden, auf das Muslime wie orientalische Christen für Jahrhunderte - wenn überhaupt - nur mit Herablassung blickten.“

Na so schlecht kann es nicht gewesen sein, denn die Muslime haben gerade ab dieser Zeit fleißig in ganz Westeuropa selbst geraubt und geplündert (Rom, Nimes, Monte Cassino, Sizilien, Spanien, Südfrankreich etc. pp.).
Und dabei auch zig-tausende Europäer in die Sklaverei verschleppt.
Außerdem gehörten Gebiete in Westeuropa damals noch immer zu Byzanz.
Und das hatte damals noch genug Stärke um den Muslimen wiederholt in den Allerwehrtesten zu treten.

Mein Tipp: ich persönlich würde für das Buch keinen einzigen Cent ausgeben, es mir bei Interesse aber irgendwo ausleihen.

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„Nach dem Nazismus und dem Kommunismus ist der Islam die dritte totalitäre Ideologie, welche die Menschheit bedroht.“ György Konrád, Holocaustüberlebender

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BeitragVerfasst am: 19.11.2017 21:01    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Ich habe das Buch schon gekauft. Ich lese so etwas ja nicht von A bis Z , sondern einmal da , einmal dort. Die Geschichte mit Medina habe ich anders in Erinnerung. Wer nicht Teil eines Stammesverbandes war , der konnte in dieser Gesellschaft fast nicht überleben. Mohammed ging mit anderen Ausgestoßenen nach Medina. Offenbar war er so charismatisch , dass er bald die Funktion eines Streitschlichters übernahm . Von etwas musste er leben und Charisma musste er gehabt haben. Details habe ich nicht mehr in Erinnerung. Es gab dann diverse Kämpfe zwischen ihm und den Mekkanern. Er griff die Mekkaner während der Zeit an , in der es Waffenstillstand geben sollte. Er rechtfertigte das mit der Behandlung , die man ihm zukommen hatte lassen. Ich kenne schon einige islamkritische Bücher. Mich hat seine klare Darstellung sogar begeistert. Manches verstehe ich erst jetzt ( z.B. die Stammeskultur)
Angeblich nannten sich die Araber schon längere Zeit Ismaeliten. Die Araber wollten ja immer ein Stammesoberhaupt und einen Stammvater haben.Dass man von den Religionen der anderen Bewohner einiges wusste , klingt nicht ungewöhnlich.
Mich interessiert , ob der Autor Moslem ist und wieso er sonst die islamische Theologie studiert. Etwas an meiner Leseprobe war seltsam. Bekanntlich massakrierte der Feldherr Mohammed in Medina den jüdischen Stamm. Der Autor schreibt sinngemäß: Wie so etwas geht , wusste er vom alten Testament, bzw er musste sich nur am Alten Testament orientieren ( M. hatte also seine Schlechtigkeit von dort???). Der Satz klingt ziemlich eigenartig.

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BeitragVerfasst am: 20.11.2017 00:23    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Zur Person: https://www.islam.uni-kiel.de/de/mitarbeiter/prof.-dr.-phil.-lutz-berger

Offenbar hat seine Arbeit einen gewissen Schwerpunkt im Bereich Sufismus und isl. Mystik, wie auch im türkischen (religiösen) Nationalismus.
Lustig sein Aufsatz: "Esprits et microbes. L'interprétation des ǧinns dans quelques commentaires coraniques du XXe siècle", in: Arabica, Bd. 47, 2000, S.554-562.
Geister und Mikroben. Eine Interpretation der Jinns in koranischen Kommentaren das 20 Jh. Wink

« Natur » hat folgendes geschrieben:
... Etwas an meiner Leseprobe war seltsam. Bekanntlich massakrierte der Feldherr Mohammed in Medina den jüdischen Stamm. Der Autor schreibt sinngemäß: Wie so etwas geht , wusste er vom alten Testament, bzw er musste sich nur am Alten Testament orientieren ( M. hatte also seine Schlechtigkeit von dort???). Der Satz klingt ziemlich eigenartig.


Ist bloß eine Variante der muslimischen Litanei wenn man sie auf die Gewalt im Quran und der isl. Geschichte hinweist.
Dann bekommt man als Antwort: Aber in der Bibel steht doch dies und jenes.
In Indien reden sich Muslime vergleichbar auf das Mahabharata raus.
Als ob sie einen religiösen Text von Götzendienern (Polytheisten) als für gleichwertig mit dem Quran erachten würden - diese Heuchler!

Diese Ausrede ist aber doppelt verlogen.
1. Wird im Islam behauptet, dass die Bibel und Thora (Tenach) verfälschte Texte wären.

Aber: Wie kann man sie dann mit dem Quran vergleichen um etwas zu beweisen?

2. Der Quran gilt als unmittelbares Wort Gottes, Teil Gottes und der eigentliche Quran ist bei Gott/Allah.
Auf Erden befinden sich ja nur sakrale arabische Abschriften, und profane (fehlerbehaftete) in anderen Sprachen.
Der arabische Quran gilt auch als ewig gültig und fehlerlos.

Aber: Im Ggs. dazu sind die Bibel und der jüdische Tenach (im wesentlichen das christliche Alte Testament) von Menschen verfasste Texte.
Welche vom Leben Jesus erzählen (wie vergleichbar die Ahadith von Muhammed), oder die von der Geschichte des jüdischen Volkes berichten.
Weder das eine noch das andere entspricht dem Quran, weshalb jüdische und christliche Texte auch historisch-kritisch ausgelegt werden.

So wie man ja auch alle Propheten kritisch betrachten kann und darf - anders als Muhammed der den Muslimen als bester und makelloser Mensch gilt.
Kurz gesagt, im Islam herrscht ein Denkverbot und ein Kritikverbot soweit es den Quran und Muhammed betrifft.
Es gibt, anders als im Judentum, auch keine theologische Diskussions- und Streitkultur (wer das dennoch versucht, riskiert bis heute sein Leben).

Es ist so wie es ein byzantischer Kaiser gegenüber einem Muslim im Zitat von Papst Ratzinger auf den Punkt gebracht hat: "So zeige mir doch, was Muhammed neues gebracht hat!"
Er hat eben nichts neues gebracht, sondern war bloß ein weiterer räuberischer Gewalttäter in einer gewalttätigen Epoche.
Ein Kind seiner Zeit.
Von einem Religionsstifter kann man sich aber mehr erwarten...

__________
Zu den Ismaeliten (veraltet auch als Hagariten bezeichnet): In Anlehnung an die jüdische Überlieferung glauben Muslime, dass der Stammvater der Araber Ismael wäre, so wie Isaak jener der Juden ist.
Ismael und Isaak waren die Söhne des Abraham, und die Muslime behaupten, die Juden hätten Ismael um sein Erstgeburtsrecht betrogen.
Ismaels Mutter war die ägyptische Sklavin Hagar, Isaaks Mutter die Ehefrau von Abraham Sarah.
Abraham hätte laut Islam auch nicht Isaak Gott opfern wollen, sondern Ismael.
Auch deshalb behaupten Muslime, dass die Juden ihre religiösen Schriften absichtlich verfälscht hätten.
Denn mit dem Erstgeburtsrecht von Ismael wären dann die Araber das auserwählte Volk.

Lesetipps:
http://en.calameo.com/books/0003319354ce91dd821bf
http://www.islam-deutschland.info/forum/viewtopic.php?p=266195#266195

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